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Geflüchtete

swissuniversities und die Schweizer Hochschulen befassen sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten mit den Schwierigkeiten und Hindernissen für geflüchtete AkademikerInnen und ForscherInnen. Dies geschieht über das Dossier «Angepasster Hochschulzugang für Geflüchtete», sowie die Mitgliedschaft im Netzwerk «Scholars at Risk».

 

Angepasster Hochschulzugang für Geflüchtete

Ein grosser Teil der seit 2015 in die Schweiz geflüchteten Personen kommen aus Herkunftsländern, welche ein weit entwickeltes tertiäres Bildungssystem aufweisen können. Entsprechend ist auch die Zahl jener Geflüchteten gestiegen, welche sich für eine akademische Ausbildung oder die Weiterführung ihrer Karriere an einer Hochschule qualifizieren. Die Schweizer Hochschulen nehmen ihre gesellschaftliche Verantwortung wahr und haben entsprechend auf diese Entwicklung reagiert und verschiedene Programme ins Leben gerufen, um die fachlichen und ausbildungstechnischen Kompetenzen von Geflüchteten zu fördern und ihnen die Weiterführung ihrer akademischen Karriere zu ermöglichen. Gleichzeitig bestehen weiterhin Hindernisse für die erfolgreiche Immatrikulation an einer Hochschule, namentlich die Anerkennung der Dokumente, das Sprachniveau, kulturelle Unterschiede, ökonomische Einschränkungen sowie die Ungewissheit des Aufenthaltsstatus für Asylsuchende und vorläufig Aufgenommene. swissuniversities nimmt zu diesen Themen eine beratende und koordinierende Rolle ein und engagiert sich für einen engeren Austausch zwischen den Hochschulen.

Die Hürden zu einem angepassten Zugang können anhand eines 3-Phasen-Modells aufgezeigt werden:

1. Bildungshintergrund erfassen, Kantonszuweisung

Diese Phase beinhaltet eine Abklärung, welche Kompetenzen und Potenziale bei den Geflüchteten in der Schweiz vorhanden sind. Zudem fällt der Austausch zu migrationspolitischen Faktoren in diese Phase.

2. Qualifizierende Massnahmen, Zulassung

Diese Phase stellt die Überbrückungsperiode zum Studieneingang dar, welche die Grundvoraussetzungen der potenziellen Studierenden für eine Studienaufnahme an einer Schweizer Hochschule schafft.

3. Integration, Studierbarkeit

Diese Phase beginnt schliesslich mit der erfolgten Zulassung der Kandidierenden zur jeweiligen Hochschule und beinhaltet auch die finanzielle und logistische Sicherstellung der Studierbarkeit.

Das Mandat von swissuniversities bezieht sich in erster Linie auf die Phasen 1 und teilweise 2. Für die Frage der Potenzialabklärung besteht dabei ein enger Kontakt zum Staatssekretariat für Migration (SEM), sowie der Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK) und anderen kantonalen und nationalen Akteuren.  Für Fragen und Themen, welche die Phasen 2 und 3 betreffen, liegt die Verantwortung im Sinne ihrer Autonomie bei den Hochschulen.

Zusätzlich organisiert swissuniversities ein jährliches Treffen der für das Dossier zuständigen Personen an den Hochschulen. Diese Vernetzung soll den Austausch von Informationen, Fragen, Good Practices oder Problemen im Zusammenhang mit Aufnahme und Integration von Geflüchteten an den Hochschulen fördern.

Auf internationaler Ebene verfolgt swissuniversities die relevanten Entwicklungen und ist in regelmässigem Kontakt mit verschiedenen Akteuren. Dazu gehören z.B. die European University Association (EUA), sowie ein Austausch im Rahmen des jährlichen DACH-Treffens (Deutschland, Österreich, Schweiz) der Rektorenkonferenzen.

Weiter übernimmt swissuniversities eine Beiratsfunktion für das Projekt «Perspektiven Studium» des Verbands der Schweizer Studierendenschaften (VSS). Das Projekt verschafft Geflüchteten, welche sich für ein Studium interessieren, einen Überblick der Schweizer Hochschullandschaft, der verschiedenen Programme und der Anforderungen.

 

 

 

Scholars at Risk

swissuniversities ist seit Juni 2017 Mitglied des Netzwerks «Scholars at Risk». Das Netzwerk hat zum Ziel Forschende, die aufgrund ihrer Meinung verfolgt werden, zu schützen und Angriffe auf die Freiheit von Forschenden zu verhindern. Durch ihren Beitritt bezeugt swissuniversities die Verbundenheit der Schweizer Hochschulen sowie ihren Einsatz zugunsten der akademischen Freiheit und Autonomie.  Gleichzeitig wird die Wichtigkeit betont, Wissenschaftler ihre Forschungstätigkeit unter akzeptablen Bedingungen durchführen zu lassen.

Die Schweizer Sektion (SAR Switzerland) bekennt sich dazu, die Werte und Ziele von Scholars at Risk mitzutragen und weiterzuverbreiten. Zu ihren Aufgaben gehören zudem, Informationen und best-practice Dokumente zu teilen und mit ihren Sektionsmitgliedern gemeinsame Aktivitäten zu planen. Gegründet im Mai 2017, besteht die Schweizer Sektion von SAR mittlerweile aus 19 Hochschulen, sowie den Schweizer Akademien und swissuniversities.