Bei einer Annahme würde die Initiative «Keine 10-Millionen-Schweiz» dem Wissenschaftsstandort Schweiz erheblich schaden. Zu diesem Schluss kommt ein von swissuniversities in Auftrag gegebenes Rechtsgutachten. Die Initiative würde die Rekrutierung von Talenten gefährden und zur Isolation der Schweizer Forscherinnen und Forscher führen. Die Hochschulen sind besonders besorgt über das Risiko, dass die Schweiz erneut von wichtigen Forschungsprogrammen wie Horizon Europe ausgeschlossen werden könnte. Aus diesen Gründen lehnen die Hochschulen diese Initiative entschieden ab.
Die Schweiz muss Talente anziehen und halten können
Die Initiative sieht vor, dass die Schweiz ab einer Einwohnerzahl von 10 Millionen das Abkommen über die Personenfreizügigkeit mit der Europäischen Union neu verhandeln oder kündigen muss. Dieses Abkommen ist jedoch nicht nur für die Mobilität der Schweizer Forschenden von grundlegender Bedeutung, sondern auch für die Fähigkeit der Schweiz, internationale Talente anzuziehen und zu halten.
Unverzichtbarer Zugang zu europäischen Forschungsprogrammen
Über Fragen der Mobilität hinaus würde die Initiative alle bilateralen Abkommen zwischen der Schweiz und der Europäischen Union gefährden, einschliesslich derjenigen in den Bereichen Bildung und Forschung. Die Schweiz würde damit riskieren, erneut von wichtigen europäischen Programmen wie Horizon Europe, Euratom und Erasmus+ ausgeschlossen zu werden.
Diese Programme sind nicht nur für die Hochschulen, sondern auch für viele Schweizer Unternehmen, insbesondere KMU, von wesentlicher Bedeutung. Sie fördern die Forschungszusammenarbeit, den Wissenstransfer und den Zugang zu europäischen Innovationsnetzwerken. Die Erfahrungen aus dem Jahr 2014, als die Schweiz von Horizon 2020 ausgeschlossen wurde, haben die negativen Auswirkungen einer solchen Isolation gezeigt: eingeschränkter Zugang zu den wettbewerbsfähigsten Fördermitteln, Verlust an Einfluss in wissenschaftlichen Netzwerken und Schwächung strategischer internationaler Kooperationen.
Die Schweiz muss wettbewerbsfähig bleiben
Wie Luciana Vaccaro, Präsidentin von swissuniversities, betont, gefährdet die Initiative «Keine 10-Millionen-Schweiz» die wissenschaftliche Exzellenz der Schweiz auf nationaler wie auf internationaler Ebene. Um in der heutigen Welt wettbewerbsfähig zu bleiben, kann die Schweiz das Risiko der Isolation nicht eingehen.