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Projekt Verifiable Credentials
swissuniversities koordiniert ein gemeinsames Projekt der Schweizer Hochschulen zur Einführung von Verifiable Credentials. Im laufenden Vorprojekt (2025–2026) erarbeiten Arbeitsgruppen die Grundlagen zu Governance und Standardisierung. Darauf aufbauend sollen 2027/28 erste Pilotprojekte an den Hochschulen starten.
Am Projekt beteiligt sind Vertretungen verschiedener Hochschulen sowie die Stiftung Switch. Die Umsetzung ist für die Hochschulen freiwillig. Ein koordiniertes Vorgehen nutzt Synergien, stellt die Interoperabilität in der Schweiz, Europa und international sicher und verhindert Insellösungen.
Im Vorprojekt, das bis Ende 2026 läuft, erarbeiten zwei Arbeitsgruppen die gemeinsamen Grundlagen:
- Governance: Regeln und Vertrauensdienste für den Hochschulsektor, abgestimmt mit der E-ID-Infrastruktur des Bundes und dem Bundesamt für Justiz.
- Standardisierung: Gemeinsame Datenmodelle für erste Anwendungsfälle, damit Nachweise in der Schweiz und in Europa interoperabel sind.
Im Rahmen des Vorprojekts befragte swissuniversities 2025 die Mitgliederhochschulen zu ihrem Stand bei digitalen Nachweisen und ihren Bedürfnissen im Hinblick auf Verifiable Credentials:
- knapp 90 % der Mitgliederhochschulen haben teilgenommen
- 94 % befürworten Verifiable Credentials als künftigen Standard
- wichtigste Gründe: Ablösung von Papier, einfachere Abläufe, Schutz vor Fälschungen, Bedürfnisse der Studierenden
Was sind Verifiable Credentials?
Verifiable Credentials (VCs) sind digitale Nachweise wie Diplome, Leistungsausweise oder Immatrikulationsbestätigungen. Sie sind kryptografisch signiert, maschinenlesbar und fälschungssicher. Andere Hochschulen, Arbeitgebende oder Behörden können ihre Echtheit automatisiert prüfen, ohne mit der ausstellenden Hochschule in Kontakt zu treten.
Warum sind VCs für die Hochschulen wichtig?
- Studierende: Sie erwarten sichere digitale Nachweise, die sie selbst verwalten können.
- Mobilität: Der Austausch im In- und Ausland erfordert einheitliche Standards.
- Prozesse: Mit der Ablösung von Papier wird die Verarbeitung und der Austausch von Daten für Hochschulen, Studierende und Dritte vereinfacht.
- Fälschungsschutz: Gefälschte Dokumente erschweren Zulassung und Anerkennung zunehmend.
- Europa: Mit der European Digital Identity (EUDI) entsteht ein Rahmen, an dem sich auch die Schweiz ausrichten muss.
Studi VC: ein kostenloses Angebot der ETH Zürich
Mit Studi VC können Hochschulen Verifiable Credentials ohne eigene technische Lösung erproben und Erfahrungen mit einer grossen Zahl von Nutzenden sammeln. Studierende von teilnehmenden Hochschulen erhalten einen digitalen Studierendennachweis in das swiyu-Wallet des Bundes. swissuniversities signiert die Nachweise übergangsweise im Namen der Hochschulen.
Der Dienst ergänzt das Projekt von swissuniversities und steht ab Oktober 2026 für drei Jahre zur Verfügung. Die Teilnahme ist freiwillig und kostenlos. Bis zur Einführung der Vertrauensinfrastruktur swiyu (voraussichtlich Mitte 2027) läuft Studi VC im Testbetrieb.
Information und Kontakt für interessierte Hochschulen: Factsheet Studi VC der ETH