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Forschungsinfrastrukturen: Meilensteine in der Koordination der Schweizer Hochschullandschaft erreicht

Die Schweizer Hochschulen haben 2025 zwei Meilensteine in der Koordination der Schweizer Hochschullandschaft erreicht: swissuniversities hat eine strategische Vision zu den nationalen Forschungsinfrastrukturen in der Schweiz verabschiedet und die Kammer universitäre Hochschulen hat den Aufbau eines Portals für Forschungsinfrastrukturen und Forschungsdateninfrastrukturen beschlossen. 

Finanzielle Herausforderungen für die Hochschulen im Bereich Forschungsinfrastrukturen 

Die Bedeutung von modernsten Forschungsinfrastrukturen in der Spitzenforschung nimmt kontinuierlich zu. Mit der fortschreitenden Digitalisierung hat sich der Bedarf an Investitionen in Infrastrukturen noch einmal erhöht. Dies stellt die Hochschulen vor bedeutende finanzielle Herausforderungen. Eine effiziente und pragmatische Koordination unter den Hochschulen bei der Erstellung und dem Betrieb der Forschungsinfrastrukturen und -dateninfrastrukturen ist daher umso wichtiger. Gleichzeitig besteht ein Bedarf für spezifische Finanzierungsinstrumente, um national relevante und interinstitutionell wichtige Infrastrukturen aufbauen und betreiben zu können. 

swissuniversities hat sich im Kontext des Prozesses der Schweizer Roadmap für Forschungsinfrastrukturen, der vom Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) organisiert wird, vertieft mit dieser Frage auseinandergesetzt. 2024 hat swissuniversities im Zusammenhang mit der Schweizer Roadmap für Forschungsinfrastrukturen 2027 einen Prozess für Projekte entwickelt, die von kantonalen Hochschulen getragen werden. Dieser umfasst drei Phasen der Koordination, Priorisierung und Vorselektion durch die Vizerektorinnen und Vizerektoren Forschung der jeweiligen Hochschulen.  

Aufbau des «Swiss Portal for Academic Data and Research Infrastructures» (SPADRI) 

Als künftiges Koordinationsinstrument hat die Kammer universitäre Hochschulen am 30. Oktober 2025 den Aufbau eines Portals für Forschungsinfrastrukturen und -dateninfrastrukturen beschlossen. Das «Swiss Portal for Academic Data and Research Infrastructures» SPADRI wird ein Inventar der wichtigsten Forschungsinfrastrukturen und -dateninfrastrukturen in der Schweiz bereitstellen. Das Portal soll die Sichtbarkeit dieser Infrastrukturen erhöhen, den Zugang zu Informationen für Forschende, Hochschulleitungen, das SBFI und weitere nationale Stakeholder erleichtern und die Koordination zwischen den Hochschulen auf nationaler Ebene stärken.  

Zusammen mit dem Beschluss zum Aufbau von SPADRI hat die Kammer universitäre Hochschulen auch eine Governance zum Portal verabschiedet. Die Universität Zürich wurde als Lead Institution mit der Implementierung des Portals SPADRI beauftragt. Die Gruppe der Vizerektorinnen und Vizerektoren Forschung (VPsRES), die bereits zuständig sind für die Durchführung des swissuniversities-internen Prozesses zur Roadmap für Forschungsinfrastrukturen 2027, werden die Aufnahmeprozesse von Infrastrukturen auf das Portal steuern und entsprechende Empfehlungen zuhanden der zuständigen Gremien von swissuniversities aussprechen. Die VPsRES bestehen aus den Vizerektorinnen und Vizerektoren Forschung der 10 kantonalen Universitäten, der beiden Eidgenössischen Technischen Hochschulen und jeweils einer Vertretung der Fachhochschulen, der Pädagogischen Hochschulen sowie der Forschungsanstalten des ETH-Bereichs.  

Der Aufbau des Portals SPADRI wird durch die universitären Hochschulen sowie einen Beitrag aus dem Programm Open Science II unterstützt. SPADRI wird eine strategische Gesamtsicht bei der Planung neuer Infrastrukturen ermöglichen. Dadurch können Ressourcen effizienter genutzt, Doppelspurigkeiten vermieden und eine optimale Auslastung bestehender Infrastrukturen erreicht werden. Das Portal wird Aufgaben von gesamtschweizerischer Bedeutung erfüllen und wird gegebenenfalls im Rahmen der Gesamtschweizerischen hochschulpolitischen Koordination GHK 2029–32 thematisiert werden. 

Strategische Vision zu den nationalen Forschungsinfrastrukturen in der Schweiz 

Die Arbeiten zu SPADRI haben die Notwendigkeit für eine strategische Langzeitperspektive für die Forschungsinfrastrukturentwicklung in der Schweiz deutlich gemacht. swissuniversities hat deshalb am 3. Dezember 2025 die «Strategic Vision on National Research Infrastructures (RIs) in Switzerland» verabschiedet. 

swissuniversities plädiert darin für die Sicherstellung einer adäquaten, spezifischen Finanzierung, respektive Ko-Finanzierung durch den Bund für zwei Typen von Forschungsinfrastrukturen und -dateninfrastrukturen, solche von nationaler Relevanz und solche von interinstitutioneller Wichtigkeit. Gleichzeitig sollen optimale, schlanke und auf die jeweilige Art der Infrastrukturen abgestimmte Koordinationsprozesse unter den Hochschulen sichergestellt werden. Diese Empfehlungen tragen den Herausforderungen bei der Finanzierung von Forschungsinfrastrukturen und -dateninfrastrukturen Rechnung.  

Mit dem Aufbau des Portals SPADRI und dem Positionspapier zu national relevanten und interinstitutionell wichtigen Forschungsinfrastrukturen leisten swissuniversities und alle Hochschulen einen Beitrag zu den aktuellen Diskussionen zur zukünftigen Governance und der Förderinstrumente im Bereich der Forschungsinfrastrukturen und -dateninfrastrukturen. 

 

Link zum Positionspapier (in Englisch)

 

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In der Dokumentation (oben rechts) finden sich sämtliche Publikationen, Positionen und Dokumente von swissuniversities.